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Kinder und Vitamin B12

August 8, 2017

 

 

Wieder einmal geistert ein Artikel über vegane Kinderernährung durch die Medien. Wieder werden Ärzte zitiert und die Stellungnahme der DGE zur veganen Ernährung bei Säuglingen und Kleinkindern zitiert. Ich beziehe mich hierbei auf diesen Artikel von stern vom 07.08.2017

 

Dabei beginnt genau diese Stellungnahme der DGE mit folgendem Satz:

Ernähren sich Schwangere und Stillende vegan bzw. werden Kinder vegan ernährt und nehmen KEINE Nährstoffpräparate ein bzw. verwenden keine angereicherten Lebensmittel, können die Entwicklung und die Gesundheit der Kinder Schaden nehmen, z. B. durch Störungen der Blutbildung (Eisen- und Vitamin-B12-Mangel), Wachstumsverzögerung (Energie-Protein-Malnutrition) und teilweise irreversible neurologische Störungen wie mentale Retardierung (Mangel an Vitamin B12 und Jod). Eine unzureichende Versorgung der Mutter mit der langkettigen n-3 Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) kann zudem die Entwicklung von Gehirn und Retina des Säuglings negativ beeinflussen.“ (1)

 

Es ist explizit zu unterstreichen, dass sich diese Stellungnahme auf eine vegane Ernährung ohne die Supplementierung bezieht. Eine Zufuhr von Vitamin B12 ist unumstritten lebensnotwendig. Ein Kind nicht ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, ist egal welche Ernährungsart gegeben wurde fahrlässig und nicht zu dulden.

 

Allerdings ist ein Mangel an Vitamin B12 nicht die Ursache von einer rein pflanzlichen Ernährung, sondern durch unsere heutige Hygiene. Würden wir unser Gemüse wie unsere Vorfahren oder wie Tiere in der Wildnis pur und ungewaschen zu uns nehmen, hätten wir eine ausreichende Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin. Vitamin B12 wird von Bakterien produziert, die im Erdreich existieren und bei ungewaschenem Gemüse auf der Oberfläche zu finden sind. Da sowohl unser Obst und Gemüse zu sauber ist, um die natürliche Versorgung mit Vitamin B12 aufrecht zu erhalten, müssen wir dieses Vitamin zusätzlich zuführen. Nimmt eine werdende Mutter ausreichend Vitamin B12 als Supplement zu sich, ist ihr ungeborenes Kind und ihr späterer Säugling ebenfalls mit Vitamin B12 versorgt. Sobald das Kind anfängt feste Nahrung aufnehmen zu können, kann dem Nachwuchs direkt Vitamin B12 gegeben werden, etwa über zermahlene Lutschtabletten, angereicherte Zahnpasta oder Tropfen, die bei Bedarf auch schon zuvor angeboten werden können. Die Versorgung des Kindes kann jederzeit über einen Bluttest beim Kinderarzt kontrolliert werden, wichtig hierbei ist der Blutwert von Holo-Transcobalamin, Methylmalonat und Homocystein (2).

 

Eine der Aussagen des zitierten Oberarztes im Artikel lautet wie folgt: „Eine Ernährung, bei der man fehlende Stoffe künstlich zuführen muss, könne nicht gesund sein.“ Ich bedauere sehr, dass hierbei nicht erwähnt wird, dass die heutige Lebensmittel mit tierischem Ursprung im Supermarkt ebenfalls künstlich mit Vitamin B12 angereichert sind. Auch die Versorgung der Tiere ist ebenso wie bei uns Menschen nicht mehr natürlichen Ursprungs, das Futter der Tiere ist ebenfalls zu stark gereinigt, sodass die Vitamin B12 Aufnahme nicht mehr hinreichend ist. Es ist ein Mythos, dass ausschließlich Veganer Vitamin B12 supplementieren müssen. Der Verbraucher merkt diesen Prozess jedoch nicht, da das Vitamin auf der Verpackung nicht ausgeschildert ist, wenn es dem Tier zu Lebzeiten verabreicht wurde. Auf einem veganen Produkt, das mit dem Vitamin angereichert wurde, ist dies auf der Verpackung vermerkt. So entsteht eine Verschiebung der Wahrnehmung durch sichtbare und unsichtbare Prozesse. Beispielsweise gibt die Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung e.V. in einer Veröffentlichung „Vitamine in der Tierernährung“ an, eine gute Versorgung der Tiere über Fischmehl zu erlangen (3). Mit Fischmehl kann nicht nur Vitamin B12 aufgenommen werden, es wird ebenso eine erhebliche Menge an gesundheitsschädlichem Quecksilber aufgenommen. Insbesondere Schwangeren ist ein Verzehr von Fisch und anderen tierischen Produkten, bei denen die Tiere mit Fisch gefüttert wurden, abzuraten. (4)

 

Eine intensive Auseinandersetzung mit der Ernährung ist in jeder Ernährungsweise elementar. Ich würde mir sehr wünschen, dass Eltern, die ihren Kindern schon von Anfang an Fastfood und Süßigkeiten als Hauptnahrung anbieten, würden mit der gleichen Sorgfalt zum Handlungsbedarf aufgefordert. Die Zunahme an Diabetes mellitus Typ-2 ist erschreckend, in den USA haben bereits 25% aller Jugendliche diese Krankheit oder eine Vorstufe davon (5).

 

Eltern, die sich in der Ernährung ihrer Kinder nicht sicher sind, können sich an beratendes Fachpersonal wenden. Auch gibt es inzwischen hinreichend viele Kinderärzte, die eine vegane Lebensweise begleiten und bei positiven Blutbildern befürworten.

(1) http://www.dge.de/…/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-…/…)
(2) https://ecodemy.de/magazin/vitamin-b12-vegan-mangel/
(3) http://www.hl-futter.de/files/vitamine_awt.pdf
(4) https://www.ugb.de/lebensmittel-…/ist-fisch-noch-geniessbar/
(5) http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes-Typ-2

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