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Und wieder ein Neuanfang?

January 28, 2018

 

 

 

Eigentlich ist es ja fast zu klischeehaft, um den Januar als Neuanfang zu nutzen. Doch wie in jedem Jahr war auch beim Start in dieses Jahr eine Flut von guten Vorsätzen, Vorschlägen und Ratgeber für jeden in den sozialen Netzwerken und Zeitschriften zu vernehmen. Logisch – dem großen Schlemmen im Dezember folgt pünktlich das schlechte Gewissen im Januar. Überall gibt es Sportartikel zu kaufen, die Fitnessstudios verschenken ihre Mitgliedschaften und die ersten paar Tage im neuen Jahr hält bei den meisten Menschen sogar die Motivation an. Ein wenig kitschig. Und man könnte auch sagen, es ist jedes Jahr selbstgemachtes Leiden. Dennoch denke ich, dass auch ohne die Übertreibung im Dezember (oder auch November, mancher einer vielleicht auch schon im Oktober, wenn die ersten Weihnachtskekse in den Verkaufsregalen stehen...) es immer eine gute Idee ist, den Körper zu entlasten. Wir schädigen unseren Körper hier in unserer Kultur selten durch Mangelernährung. Oder du schon einmal von Kwashiorkor gehört? Sicherlich gibt es diese Fälle auch und sie bedürfen einer dringenden Behandlung. Die restliche Gesellschaft, und das ist der größte Teil der hier durch Ernährung bedingten Krankheiten, muss nicht durch einen Mangel, sondern durch Überfluss behandelt werden.

 

Überfluss behandeln?

Man könnte jetzt an überdehnte Mägen oder ermüdete Därme denken, die durch ein All You Can Eat entstanden sind. Oder durch Wettkämpfe, etwa wie wer kann am meisten Burger auf einmal verdrücken. Doch das ist an dieser Stelle nicht gemeint. Mit dem Transport von Essen durch uns hindurch kommt unser Körper in den meisten Fällen zurecht, egal was wir ihm zugeführt haben. An dieser Stelle sei betont, was unser Körper stets für eine Meisterleistung fertig bringt. Vor allem nach „All You Can Burger“ oder ähnlichem. Problematisch dabei ist nicht der reibungslose Transport, sondern die Eindrücke und Andenken, die das Essen auf seiner Reise durch uns hindurch hinterlässt.

 

Vielleicht kennst du das ja auch. Du lädst ein paar Freunde zu einer berauschenden Party bei dir zu hause ein. Doch statt der eingeladenen zehn Gäste, mit denen du in vertrauter Runde einen ruhigen Abend verbringen wolltest, stehen auf einmal gleich die halbe Nachbarschaft vor deiner Tür. „Ach der Richard wollte auch mit, dass ist doch sicher kein Problem?“ „Anna und Fabian wollten leider nicht zuhause bleiben.“ „Schau mal der Hannes, der ist der beste DJ, er kann für uns auflegen.“ „Passt Trudi auch noch mit rein?“ Natürlich, das geht alles. Und wir winken jeden freundlich hinein. Und jeder Gast überreicht dir ein schönes Mitbringsel. Du bedankst dich fleißig und weißt schon jetzt, dass es eigentlich überflüssiger Ballast für dich ist. Brav quetscht du sie dennoch in deine Schränke. Zum einen hast du keine Zeit für eine fachgerechte Entsorgung. Und die Party ist schließlich noch voll im Gang - und du mitten drin. Wer würde da direkt mit dem Aufräumen beginnen. Nachdem deine Wohnung vollständig verwüstet ist, überall Scherben und Lametta liegen und auch der letzte Gast gegangen ist, greifst du erschöpft zu Schaufel und Besen, um die Bescherung zu beseitigen. Vielleicht fällst du auch erst einmal müde ins Bett und kümmerst dich am nächsten Tag um die Trümmer. Nachdem du fleißig alles wieder entrümpelt und zusammen geklebt hast, stehen bereits die nächsten Partygäste auf deiner Matte. Wieder viel mehr, als deine Wohnung vertragen kann. Aber du bist ja kein Spielverderber und winkst alle rein. Wir können uns ja schließlich quetschen. Ach und schon wieder Geschenke. Dabei hattest du noch gar keine Zeit, dich um deine Schränke zu kümmern. Egal, das muss da jetzt rein. Du machst deinen Schrank auf und stopfst alles in die restlichen Ecken. Unter all den gutgemeinten Andenken an die rauschende Nächte fängt dein Schrank an zu ächzen. Irgendwann beginnt er zu knacken. Und irgendwann bricht er mit einem Ruck auseinander. Natürlich genau dann, wenn du es so gar nicht gebrauchen kannst.

 

So ähnlich kannst du es dir in deinem Körper vorstellen. Wir können nur eins gleichzeitig: Feiern oder aufräumen. Verdauen oder reinigen. Feiern wir die ganze Nacht und den ganzen Tag, wird es schwierig mit dem Aufräumen. Unser Organismus kann auch entweder nur Masse oder Klasse. Schieben wir den ganzen Tag Massen durch ihn durch, kann er sich nicht den Feinarbeiten widmen. Ruhen wir für eine Weile, kann er beginnen, mal den unliebsamen Schrank auszumisten. Wir können ihn dabei mit Bewegung und viel Wasser gut unterstützen. Dabei reinigt er nicht nur die einzelnen Darmpassagen. Auch Ablagerungen in den Blutgefäßen, zu viel Fette und zu viel Zucker im Blut wird abgebaut. Angesammelte Fettzellen um die Leber können verstoffwechselt und ebenfalls reduziert werden. Besonders wichtig - beschädigte Zellstrukturen werden repariert. Dieser Vorgang ist für unsere Herz- Kreislauf- Gesundheit besonders relevant. Sammeln sich zu viele Ablagerungen in den Blutbahnen an, erhöhen wir das Risiko, die Gefäße zu verengen. Das Herz muss stärker pumpen, der Blutdruck steigt. Das Herz muss so täglich mehr Arbeit leisten als nötig wäre. Schleppen wir zudem unnötige Pfunde mit uns herum, müssen auch diese getragen und versorgt werden. Unser Herz ist auf maximaler Leistung. Haben wir dann noch Stress im Alltag durch Job und Familie, Ängste oder Geldsorgen, geht unser Herzmuskel an sein Limit. Besonders gefährlich sind Ablagerungen in größeren Arterien, die sich lösen können und durch den Blutstrom in kleinere Arterien gelangen, in denen sie möglicherweise stecken bleiben. Hier ist die Gefahr einer Thrombose erhöht, da der Durchmesser des Gefäßes kleiner ist. Hat der Plaque die größere Arterie nur verengt, kann es eine schmalere Arter